Weltgarten Tunsel

In Tunsel in der Nähe von Freiburg ist 2018 ein interkultureller Gemeinschaftsgarten und Bildungsort entstanden – Der Weltgarten Tunsel!

Das Ackergelände mit guten Böden umfasst 2000m²,  dass ist die Ackerfläche die jedem Menschen theoretisch auf der Welt zur Verfügung steht (siehe Projekt www.2000m2.eu). Darauf werden Kultursorten aus der ganzen Welt nach den Prinzipien einer zukunftsfähigen Landwirtschaft angebaut.

Dabei möchten wir die Beziehung zum Essen auf allen Ebenen erfahrbar machen: Vom Anbau zur Ernte bis hin zur Zubereitung und dem gemeinsamen Genießen werden wir zusammen alle Bereiche gemeinsam erleben. Deswegen gibt es neben dem Gemüsegarten (nebenan Schafe, Ziegen und Hühner) noch eine Küche, eine Lagerfeuerstelle, eine Kinderspielecke und ein Öko-Plumsklo.

Wer wir sind:

Der Weltgarten ist ein Bildungs- und Kulturprojekt der Agronauten und des Bauern Michael Selinger (Michels Kleinsthof). Wir kooperieren auch mit Zusammen Leben e.V. aus Freiburg und werden teilweise getragen durch das EU-Projekt Food Relations zur Integration von Geflüchteten. Das Projekt möchte zur Förderung eines interkulturellen Dialoges mit Hilfe von Essen/Gärtnern als Medium zum Austausch zwischen den Kulturen beitragen. Dabei geht es um die aktive Mitgestaltung der Geflüchteten sowohl im Weltgarten beim Anbau als auch in der Gestaltung der Veranstaltungen.

Unsere Ziele:

-Etablierung eines sozial-ökologischen Ortes zum Gärtnern, Zusammenführen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Generationen

-Etablierung eines Ortes für interkulturellen Austausch

-Etablierung eines Ortes für praxisorientierte Forschung zu zukunftsfähiger Landwirtschaft (z.B. Kulturpflanzenvielfalt, Trockenresistent etc)

-Förderung von agrarökologischen Kompetenzen in der lokalen und regionalen Bevölkerung und bei Geflüchteten (Nutzung von landwirtschaftlichen Wissen)

-Förderung von Integration und beruflicher Orientierung von Geflüchteten im Bereich Landwirtschaft, Pädagogik/Bildung und Handwerk

-Versorgung der Region mit ökologisch produziertem Gemüse

-Beitrag zur Verschönerung und integrativen Gestaltung der Dorfgemeinschaft von Bad Krozingen-Tunsel

Wo ist der Weltgarten?: Mit dem Fahrrad vom Bahnhof Bad Krozingen 10
Minuten entlang der Bahnstrecke in Richtung Südwesten radeln. Der Weltgarten liegt kurz vor dem Ortsbeginn Tunsel. Geokoordinaten: 47°54’20.3″N 7°40’29.9″E
Nächste Bushaltestelle: Tunsel Silberbuck (7240)

Flyer zum runterladen:  Weltgarten Tunsel allgemein

Artikel Badische Zeitung: hier

Kontakt für weitere Informationen und bei Fragen zur Wegbeschreibung:

Haytham Zireeni: haytham.zireeni@agronauten.net

Die nächsten Termine:

Erst wieder 2019!

Zum Mitmachen empfiehlt sich ein Eintrag auf der Mailing Liste:

https://mail1.greensta.de/cgi-bin/mailman/listinfo/weltgarten-liste

Das Eröffnungsfest des Weltgarten-Tunsel am 10 Mai brachte mehr als 150 Personen zusammen – aus Tunsel und Umgebung,  Freiburg und aus den Geflüchtetenunterkünften. Der anfängliche Regen legte sich und die Stimmung war grandios! Am Buffet und Feuerstelle, am Info-Tisch und bei Rundgängen über das Gelände kamen die Menschen ins Gespräch und lernten das Konzept des Weltgartens kennen. Zu Beginn gab es einleitende Information von Seiten des Ortsvorstehers von Tunsel, Herr Ritzel, von Herrn Fischer, Frau Wilms und Frau Vasquez von Seiten der Stadt Bad Krozingen, von Landwirt Michael Selinger sowie von den Agronauten Peter Volz, Haytham Zireeni und Sarah Daum. Alle waren sich einig, dass solche Orte des Lernens und des Austausches wichtig sind.

Wie unterschiedlich die Besucher*innen waren konnte bereits an der Musik gesehen werden:  Patrick aus Tunsel spielte Akkordeonweisen, später gab es Samba von Brasilikum. Vielfalt statt Einfalt war das Motto. Das galt auch für den Jungpflanzenmarkt und die Einführung in die Pflanzenvermehrung, wo eine Vielzahl traditionelle Kulturpflanzensorten genutzt wurden. Das nonverbale Theater von Anita Bertolani begeisterte Jung und Alt, die Kleinen hatten zudem Spass beim Schminken und in der Heu-Hüpfburg.

Ganz wichtig war für die Besucherinnen und Besucher konkret die Idee des Weltgartens zu verstehen und die Möglichkeit zu haben, mitzumachen. Alle sind eingeladen sich unverbindlich anzumelden (info@agronauten.net) und beim regelmäßigen gemeinsamen gärtnern an verschiedenen Wochentagen mitzumachen. Wieviel sich jede und jeder einbringen kann ist flexibel. Selbstverständlich ist es dann auch möglich, das ökologische Gemüse mitzuernten und mitzunehmen. An bestimmten Tagen werden auch Workshops mit Experten stattfinden, der erste Workshop ist am 7 Juni 2018 mit dem Permakultur Experten Julius Piti aus Zimbabwe, der im Rahmen einer europäischen Tour Halt in Tunsel macht.

Workshop Julious Piti 7 Juni 2018

Im Begegnungs- und Lernort Weltgarten-Tunsel fand am 7 Juni ein sehr interessanter Austausch statt. Zwei Landwirte aus Simbabwe, Julious Piti und Kumbirai Dube, berichteten den 30 Workshopteilnehmern von Ihren Permakultur-Projekt in der Region Manicaland. Dabei beschrieben sie Permakultur als Design und Unterhalt landwirtschaftlich produktiver Ökosysteme, welche die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen besitzen. Konkret bedeutet dass, das sie gute Erträge bekommen, indem sie völlig ohne Chemie aber mit klugen Maßnahmen Wasser sammeln und sparen, Kompost und Bodenfruchtbarkeit aufbauen und Pflanzen so anordnen dass sie Schädlinge vermeiden. Bäume spielen bei ihrem Agrarsystem ebenfalls eine wichtige Rolle, u.a. wegen der schattenspendenden und kühlenden Wirkung. Eigene Pflanzenzucht und Saatgutproduktion verringert die Abhängigkeit von der Agrarindustrie und spart Geld. Die Projekte haben in Simbabwe bereits mehrere tausend Menschen erreicht und haben in den verschiedenen Dörfern oftmals den Gemeinschaftssinn erhöht – weil sie die Menschen zur Kooperation anregen. Julious Piti betonte, dass Orte wie der Weltgarten-Tunsel tolle Möglichkeiten für die Gemeinschaftsbildung bieten und dass diese Chancen genutzt werden sollten. Kumbirai Dube betonte, dass die Erde und die klimatischen Bedingungen für ihn hier paradiesisch sind – darüber sollten wir sehr dankbar sein. Beide Landwirte waren nicht nur im Vortrag aktiv sonden auch im Garten selber, wo sie konkret zeigten wie sie mit Boden und Pflanzen arbeiten. Dies war der erste Workshop im Weltgarten-Tunsel, weitere werden jetzt regelmäßig folgen.

 

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