Entwicklung von Kapazitäten und Wertschöpfung für traditionelle und ökologisch angebaute Reissorten in Sri Lanka

Das Projekt begleitet und gestaltet mit Unterstützung der Schöck Stiftung die Kapazitätsbildung von Bäuerinnen und Bauern zu traditionellem und ökologischem Landbau und die innovative Vermarktung der Waren zu fairen Bedingungen in Sri Lanka.

Das Projekt arbeitet mit der lokalen Organisation Lanka Organic Agriculture Movement (LOAM) zusammen, die Trainings in 3 Distrikten in Sri Lanka durchführen: Ampara, Monoragala und Hambanthota.

Die Agronauten arbeiten zur Erforschung von fairen Preisen durch Direktvermarktung und Produzenten-Konsumenten Beziehungen.

Die traditionellen Reis Sorten haben einen hohen Wert für die Gesundheit (speziell für Diabetis), das agrarökologische Anbausystem einen hohen Wert für Gesundheit und Biodiversität. Zentral für das Projekt ist, dass die Kleinbauern ein ausreichendes Einkommen erzielen, durch Direkt-Vermarktung in Sri Lanka. Da der Ökoanbau in Sri Lanka für die einheimische Versorgung sehr gering ist, wird in diesem Projekt Bildungsarbeit zur Verbreitung von ökologischen Anbau geleistet.

Leider ist Sri Lanka durch schlechte Regierungsführung in die schlimmste Wirtschaftskrise seiner jüngeren Geschichte gerutscht. Entscheidungen wie den Verbot der agrochemischer Importe, die quasi über Nacht und ohne jeglichen Aufbau von entsprechenden Strukturen und Bildung der Bäuerinnen und getroffen wurden, lösten Probleme aus. Denn eine ökologische Transformation passiert nicht von heute auf morgen – so etwas muss vorbereitet und begleitet werden.

Hier kann der Bericht von LOAM zur Krise (auf Englisch) gelesen werden:

Current-Food-Crisis-in-Sri-LankaDownload

Das die ökologische Transformation nicht Schuld an der Wirtschaftskrise hat, wie teilweise suggeriert wird, wird hier im Interview von Thilak Kariyawasam mit IFOAM adressiert:

Why We Cannot Blame the Sri Lankan Crisis on Organic Farming

Das im Gegenteil die ökologische Transformation von hoher Notwendigkeit für die Gesundheit der BewohnerInnen von Sri Lanka ist, wird hier im Gespräch mir Dr. Gammampila klar:

Um das Wissen und die Aufmerksamkeit Richtung der notwendigen ökologischen Transformation des Agrarsektors zu lenken, wurde aus Tamil Nadu ein Vordenker, Wissenschaftler und Aktivist der Öko-Bewegung in Indien nach Sri Lanka eingeladen, um in einer Woche eine ganze Reihe von Vorträgen an Universitäten, bei Bauern und bei den landwirtschaftlichen Beratern bis hin zum Landwirtschaftsminister zu geben: Prof. Dr. Sultan Ismail, übrigens ein Spezialist für Wurmkompost.

Die Agronauten unterstützen Sri Lanka weiterhin mit diesem Projekt, trotz der Schwierigkeiten, welche die Projektumsetzung in dieser Krise mit sich bringt.

Die Rückmeldungen der Involvierten (Agrar-Abteilung der jeweiligen Distrikte, TrainerInnen) und Teilnehmenden zu dem Programm war und ist sehr positiv. Hier die Meinung eines Bauern zu der Situation in Sri Lanka und zu den Trainings:

Das Zusammenspiel von Agronauten und LOAM mit den Trainings der Bäuerinnen und Bauern als auch der landwirtschaftlichen Berater*innen zusammen mit weiteren Aktivitäten zur Förderung des ökologischen Anbaus hat sich bewährt. So werden aktuell Pläne zur Vermarktung des traditionellen Reis gemacht. Dazu gehören auch öffentliche Veranstaltungen (Reis und Kultur Festival), Interviews und Netzwerkarbeit.

Die wirtschaftliche Situation in Sri Lanka ist schwierig und volatil, trotzdem hat sich die Lage seit April Mai und Juni 2022 verbessert. Deswegen sind gerade jetzt neue Perspektiven in Anbau und Vermarktung wichtig für Bäuerinnen und Bauern als auch für landwirtschaftliche Abteilungen der Provinzen und Distrikte. Ein Weiterführen der bisherigen Agrarpolitik, welche auf starke Nutzung von chemischen Düngern und Pestiziden beruht, ist keine Option. Aber was soll stattdesssen passieren? Durch das Projekt werden hier Impulse gesetzt. Denn statt Grundsatzdiskussionen zu führen werden hier konkrete Optionen Richtung nachhaltigem Anbau und Direktvermarktung mit fairen Einkommen geschaffen, die eine Sogwirkung erzielen können. 

Das Projekt (Projektnummer: 128-21 A) begann am 1. März 2021 und wird 2 Jahre andauern.

Das Projekt wird gefördert von der Schöck Stiftung.

 

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